Zum Inhalt springen
Capoeira in Wiesbaden – Eine Leidenschaft seit 2004
Unsere Geschichte beginnt lange vor der offiziellen Vereinsgründung. Schon seit 2004 bieten wir Capoeira-Kurse in Wiesbaden an. Über die Jahre durften wir in den unterschiedlichsten Räumlichkeiten trainieren und sind dabei gewachsen – sowohl als Gruppe als auch an Erfahrung. Ein besonderer Dank gilt unseren langjährigen Wegbegleitern und Kooperationspartnern, die uns immer herzlich aufgenommen haben:
  • Der Hochschule RheinMain (im Rahmen des Hochschulsports)
  • Der Wu-Te Akademie in der Schiersteiner Straße
  • Der Tanzschule Paula Pontani in der Dotzheimer Straße
  • Entre Amigos e.V., dem deutsch-spanisch-lateinamerikanischen Freundschaftsverein in Wiesbaden
  • Dem CVJM Wiesbaden
  • Und dem beliebten Sportif in Wiesbaden-Sonnenberg, das uns viele Jahre ein Zuhause gab.
Wir danken euch herzlich für die stets sehr gute Zusammenarbeit! Irgendwann war unsere Gruppe jedoch so groß und der Wunsch nach mehr Selbstständigkeit so stark, dass der nächste logische Schritt folgte:
Die Gründung unseres eigenen Vereins: Capoeira Wiesbaden e.V.!
Eine große Gruppe von Menschen trainiert Maculelê mit Holzstäben in einer Sporthalle.
Zwei Personen in weißer Sportkleidung üben Capoeira in einer Sporthalle, eine macht einen Handstand mit Spagat.
Capoeira und Vereinssport – Ein perfektes Match?
Wir sind zwar nicht in Brasilien, wo an jeder Straßenecke Capoeira gespielt wird, dennoch bringen wir genau diese Energie zu uns. Als erster reiner Capoeira-Verein in Wiesbaden bieten wir professionelle Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.
Unser Verein wurde im März 2019 von aktiven Capoeiristas als echtes Herzensprojekt unter der Leitung von Professor Amarelo gegründet. Er ist seitdem als gemeinnützige Organisation (e.V.) fest in der Wiesbadener Sportlandschaft verankert. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener: Bei uns findest du Gemeinschaft, Bewegung und Rhythmus.
Auf zu neuen Ufern: Von GCB über Navio zurück zur Basis
Unser Dachverband war über viele Jahre die weltbekannte Grupo Capoeira Brasil. Wir sind sehr dankbar für die jahrelange Unterstützung und die gemeinsame Entwicklung, die wir unter ihrer Flagge erleben durften. Doch nach vielen Jahren haben wir 2023 gemeinsam mit unseren Partner-Gruppen aus Darmstadt und Frankfurt die Segel neu gesetzt. Unter der Leitung unseres Koordinators Michael Vas (Mestre Cigano) entstand unsere neue Identität: Capoeira Navio. „Navio“ (das Schiff) steht symbolisch für unsere gemeinsame Reise. Nach vier Jahren erfolgreicher und bereichernder Kooperation mit Navio haben wir diese beendet & schlagen nun ein neues Kapitel auf. Wir möchten uns von Herzen bei Mestre Cigano und der gesamten Navio-Gemeinschaft für die wertvolle gemeinsame Zeit, die Wegbegleitung und den schätzenswerten Austausch bedanken. Mit diesem Schritt werden wir aktuell zum ersten unabhängigen Capoeira-Verein in Wiesbaden. Die Entscheidung gegen einen festen Dachverband entspringt unserem Wunsch nach echter Autonomie und Selbstständigkeit. Uns geht es darum, die Capoeira – unsere erste große Liebe – in all ihrer Freiheit und Vielfalt zu leben, abseits starrer Hierarchien und einengender Strukturen. Seid gespannt, wie diese Reise weitergeht und was euch in Zukunft erwartet – mehr dazu in Kürze!
Capoeira: Tradition, Spiel und Kampf
Capoeira ist enorm vielseitig und wird in Brasilien regional unterschiedlich interpretiert. Um unseren Schülern eine klare Orientierung zu geben, basiert die Ausbildung auf drei festen Aspekten. Unser Ziel sind ganzheitliche Capoeiristas, die sich in allen Facetten der Kunst sicher bewegen – musikalisch, körperlich und mental.
Die Tradition: Capoeira Angola
Dies ist die Wurzel. Hier schulen wir das Wissen um die Rituale, die Musik und die Geschichte (inklusive Mestre Bimba, Maculelê und Samba de Roda)
Der Charakter: List (Malícia), Täuschung und bodennahes Spiel. Die Bewegung: Langsam, fließend und oft tief in der Hocke. Das Ziel: Ein ritueller Dialog, begleitet von der traditionellen Angola-Spielweise.

Das Spiel: São Bento Pequeno Wir nennen es umgangssprachlich oft „Zocken“ oder „Vadiar“. Dieser Bereich bildet die Brücke zwischen Tradition und Kampf.
Der Charakter: Kooperativ, freundschaftlich und spielerisch. Die Bewegung: Schneller und aufrechter als im Angola, mit Raum für Akrobatik und fließende Kombinationen. Das Ziel: Gemeinsamer Flow. Wir arbeiten *mit* dem Partner, nicht gegen ihn, um schöne Spielzüge zu kreieren. Der Kampf: São Bento Grande de Angola Capoeira ist im Kern eine Kampfkunst. In diesem Aspekt, sowie im „São Bento Grande de Mestre Bimba“, wird die Anwendung ernsthaft trainiert.
Der Charakter: Kraftvoll, explosiv und konsequent. Die Bewegung: Hohe Dynamik, effektive Tritte, Würfe und physischer Kontakt. Das Ziel: Die Kampfkunst sichtbar machen – Angriffe werden wirkungsvoll ausgeführt und Situationen finalisiert. Wir unterrichten diese drei Bereiche getrennt durch ihre spezifischen Rhythmen (Toques) und den dazugehörigen Habitus. So lernen unsere Schülerinnen und Schüler, situationsgerecht zu agieren: mal traditionell listig, mal spielerisch kooperativ, mal kämpferisch konsequent.